Annette Droege-Middel zum neuen
Stadtbild von Bettina Brökelschen
Lünen | 03.06.09
Liebe Mit-Bürgerinnen und Mit-Bürger,
liebe Freunde Lünens,
wir Menschen neigen offensichtlich dazu, an vielem immer erst das Negative zu sehen – das Positive verschweigen wir mitunter oder es kommt an zweiter Stelle. So ist das oft auch mit der Stadt, in der man wohnt, lebt und arbeitet. Mit der Stadt, die man doch eigentlich liebgewinnen müsste, gerade wenn man in ihr groß geworden ist, sich an sie gewöhnt hat oder wenn sie einem, und vor allem den jungen Menschen, Möglichkeiten und Perspektiven gibt, hier eine Zukunft aufzubauen und sich wohlzufühlen.
Mein Anliegen ist jedenfalls, was Lünen betrifft, gerade in diesen Tagen, wo viele Dinge natürlich nicht leicht sind, gleichwohl einmal mehr deutlich zu machen: Unsere Heimatstadt ist positiv, sie ist bunt und vielfältig und hat Potenzial!
Das dürfen wir auch ruhig häufiger und lauter sagen! Ein positives Heimatbild bedeutet ja kein Verharren in der sog. guten alten Zeit, in überholtem Denken oder Verweigerung gegenüber dem Neuen – im Gegenteil, es ist eine besondere Herausforderung, denn wir wollen unsere Stadt ja auch weiterhin lebenswert und liebenswert erhalten. Das heißt, wir müssen uns den Aufgaben für die Zukunft stellen.
Das haben wir in der CDU und ich als Ihre Bürgermeisterkandidatin bei der Kommunalwahl am 30. August mit unserem Parteiprogramm getan und wir alle sind aufgefordert, daran weiter zu arbeiten, denn wir müssen alle Aufgaben, die sich uns jeden Tag neu stellen, aufgreifen und mit unseren Zielen abgleichen. Dabei ist einer der wichtigsten Ansprüche für die Zukunft, uns dem demografischen Wandel zu stellen und es in der Konkurrenz zu anderen Städten zu verstehen, die Menschen positiv an unsere Stadt zu binden, Menschen in allen Altersgruppen – vom Junior bis zum Senior. Ich bin der festen Meinung, dass wir in Lünen im Vergleich viel zu bieten haben und gut aufgestellt sind.
Diesen positiven Gedanken, den wir mit unserer Heimatstadt verbinden, wollte ich in möglichst all seinen Facetten gern zum Ausdruck, ja ich wollte ihn ursprünglich am liebsten zu Papier bringen, weil das Bild einfach eine bessere Sprache spricht! Da ich nun aber zeichnerisch nicht so sehr begabt bin, musste eine andere Lösung her, und ich hatte das Glück, die bekannte Malerin Bettina Brökelschen zu treffen, die lange Jahre in Lünen gelebt hat und sofort verstanden hat, was ich aussagen wollte. Nach einer gemeinsamen Rundfahrt durch unsere Stadt hatten wir so viele positive Merkmale gesammelt, dass sie gar nicht alle Platz auf einer begrenzten Leinwand finden konnten.
Trotzdem hat Frau Brökelschen gelöst, wie ich finde, was fast unlösbar schien: einen wirklich repräsentativen Gesamteindruck der schönen, wertvollen, vor allem auch wichtigen und die Bürger verbindenden Dinge zu vermitteln und gekonnt den Bogen zum Beispiel zwischen Grün und Industrie, Vergangenheit und Gegenwart, Freizeit und Arbeit oder Kindheit und Alter zu schlagen. Dafür danke ich ihr!
Was soll uns das Bild alles über unser Lünen zeigen?
... zunächst die Menschen in unserer Stadt, die uns besonders wichtig sind und die unsere Stadt letztendlich ausmachen.
Grundsätzlich symbolisieren alle Menschen auf dem Bild: In unserer Stadt wird ehrenamtliches Engagement groß geschrieben und wir erfahren es in allen Bereichen und durch alle Generationen.
In unserer Stadt fühlen sich aber auch alle zu Hause, egal welchen Alters: Senioren, die sich zufrieden auf einer Bank ausruhen und ihren Spaziergang genießen, die aber auch eine wichtige gesellschaftliche Rolle in unserer Stadt einnehmen, z. B. über den Seniorenbeirat; ein Fahrradfahrer, typisch für die fahrradfreundliche Stadt; ein Kind an den Ochsen, typisch, denn alle Kinder spielen und klettern dort gerne; ein Kind mit Geige, stellvertretend für alle Schüler, besonders die Musikschüler; einkaufende Menschen am Markt und am Alten Markt; ein Jogger, so wie wir sie jeden Tag im ganzen Stadtgebiet sehen können, als jemand, der zum Ausgleich im Beruf joggt, aber auch stellvertretend für die Sportler und für den hohen Freizeit – und Erholungswert in unserer Stadt steht. Natürlich gehören zu den Menschen, die wichtig und aktiv sind, die aber auch genießen, die vielen Aktiven unseres inzwischen in der Filmbranche längst etablierten Kinofestes.
... dann markante Orte und Plätze in unserer Stadt
Die alte Mühle in Lippholthausen, die mit viel Liebe durch Bürger/innen unserer Stadt wieder hergerichtet wurde und heute für Events unterschiedlichster Natur genutzt, von vielen Brautleuten auch für ihre Trauung ausgewählt wird.
Die Lippeauen, die gerne von vielen Lünern für Spaziergänge genutzt werden und die einen hohen Freizeitwert für die Lüner haben. Richtung Lippholthausen ist dort der Segelflugplatz angelegt, und im Herbst findet dort das weit über unsere Grenzen bekannte Drachenfest statt. Die Lippe führt mitten durch unsere Innenstadt und prägt damit unsere Stadt – auch mit den typischen Brücken. Die Bedeutung der Lippe für das Stadtbild hat in den letzten Jahren wieder dazu gewonnen und der Fluss und seine Ufer werden „der Stadt zurückgegeben“. Ein höherer Freizeitwert wird auch über die Freigabe für Kanutouren erreicht, und wir möchten natürlich bald„Tante Martha“ auf der Lippe sehen.
Das Theater – ein ‚Leuchtturm‘ von hohem kulturellen Wert in unserer Stadt, im Kreis und der Region, ein besonderes architektonisches Werk aus den späten 50iger Jahren. Für den Erhalt haben sich viele Bürger stark gemacht. Ein Theater ist nicht selbstverständlich für eine Stadt von 90.000 Einwohnern.
Das Amtsgericht – eines der ältesten und schönsten Gebäude unserer Stadt und ein prägendes Gebäude in Lünen. Dort sind heute beide entsprechenden Gerichte von Werne und Lünen zusammen untergebracht und es hat damit überregionale Bedeutung.
Das neue Kraftwerk von Trianel, ein Zeichen moderner Energieversorgung und ein Bekenntnis zur Industrie. 31 Stadtwerke haben sich zusammengeschlossen und sichern sich hier unabhängig von den vier Oligopolisten ihre Versorgung mit Strom zu marktgerechten Preisen. Das alte, brachliegende Industriegelände, das schwer zu erschließen war, wird nun optimal genutzt. Hier entstehen direkt ca. 65 Arbeitsplätze und durch zuarbeitende Firmen nochmals rd. 130. Auch heute haben Firmen an der Investition von 1,4 Milliarden Anteil und erhalten Aufträge. Gut in der aktuellen Wirtschaftskrise. Das Kraftwerk wird zu hohen Gewerbesteuereinnahmen führen, die unsere Stadt mit dem defizitären Haushalt dringend braucht.
Die Herz Jesu Kirche in Brambauer – stellvertretend für die Menschen, die sich hier mit der Industrialisierung ansiedelten und den Kirchen in Lünen, die gebaut wurden, als die Ortsteile vor gut 100 Jahren immer weiter wuchsen, und die Industrialisierung weiter fortschritt.
Das Judendenkmal an der Lippe – zur Erinnerung an eine schreckliche Zeit, die sich nicht wiederholen darf.
Die Wittekindschule, stellvertretend für alle Schulen in Lünen. Mit der neuen Trasse und dem neuen Platz hat sie städtebaulich wieder an Bedeutung gewonnen. Eine Schule mit hohem Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund; dort wird viel für die Integration geleistet, der wir uns verpflichtet fühlen. Sie steht aber auch dafür, dass wir in die Bildung und Betreuung unserer Kinder investieren, von der Sprach- über die Musik- (Jedem Kind ein Instrument!) und Sozialförderung bis hin zur Übermittagsbetreuung (Jedem Kind eine Mahlzeit!), der offenen Ganztagsschule und dem Neubau von Schulen wie in Lünen-Süd oder unserem Wunsch nach auch in Mitte. Sie steht aber auch stellvertretend für die 15 Grundschulen, drei Hauptschulen, drei Realschulen, zwei Gymnasien, zwei Gesamtschulen und zwei Förderschulen die ein differenziertes Schulangebot in unserer Stadt garantieren.
Der Cappenberger See – ein Naherholungs- und Freizeitgebiet für die vielfältigsten Events, das alle Lüner lieben, mit einem hochwertigen Wohnquartier nahebei.
Der Mohrkran in Lünen Süd – ein Denkmal für die alte Zeit, heute in einem neuen Naherholungsgebiet im Preussenhafen mit dem Wasserwanderrastplatz und in unmittelbarer Nähe zum Horstmarer See: zwei ehemalige Industriebrachen, die heute wieder für die Erholung zur Verfügung stehen.
Das „Colani-Ei“ oder Ufo, symbolisiert den Strukturwandel, geschaffen von einem der großen Designer des 20. Jahrhunderts. In direkter Nachbarschaft zu Lüntec und WZL, die viele Unternehmen bei der Existenzgründung und später bei der Ansiedlung unterstützen. Die Türme daneben sollen zeigen, dass Lünen ein Industriestandort war und ist. Sie stehen stellvertretend für alle Industrien in unserer Stadt, die wir nach wie vor für ausreichende Arbeitsplätze benötigen (z. B. Aurubis( früher Hüttenwerke Kayser), Bucyrus, Glashütte und Remondis (ehem. VAW =Vereinigte Aluminium Werke), eine neue und heute beispielhafte Unternehmung der Kreislaufwirtschaft. Sie stehen aber auch für alle anderen mittelständischen und kleinen Unternehmen aus Industrie, Gewerbe, Handwerk oder Dienstleistung, die in Lünen angesiedelt sind und Arbeitsplätze sichern.
Das neue zentrale Hallenbad – ein einmaliges neues Bad, das jedermann ausreichend Gelegenheit bietet, unter modernsten energiesparenden, aber auch barrierefreien Bedingungen zu schwimmen. Es steht stellvertretend für das Bäderkonzept, das mit dem modernisierten Freibad in Brambauer und dem Bad am Cappenberger See ein wichtiges Stück Lebensqualität in unserer Stadt nicht nur erhält, sondern sogar verbessert.
Die Mauerstrasse – ein Schmuckstück aus alter Zeit in der Innenstadt zeugt noch von der fast 700 jährigen Geschichte unserer Stadt (1341 erhielt Lünen die Stadtrechte).
Schloss Schwansbell – ein altes Wasserschloss mit wechselhafter westfälischer Geschichte. Auf dem ehemaligen Rittersitz wurde 1875 von Wilhelm von Westerholt ein Schloss errichtet, das viele Nutzungen erfahren hat – es wurde 1929 von der Stadt erworben, als Waisenhaus genutzt, im Krieg zur Unterkunft der Flieger, später als Hochbauamt und heute für Wohnungen. In den alten Nebengebäuden befindet sich das Museum der Stadt Lünen.
Das Lippezentrum – alte Industrieanlagen sind verschwunden; dafür sind Wohnen und Einkaufen direkt an der Lippe entstanden, eine Aufwertung des Ortskerns und Zeuge des Wandels in der Innenstadt.
Der alte Markt mit der Georgskirche, dem ältesten Gebäude der Stadt (1366), das mit viel ehrenamtlichem Engagement erhalten wird.
Die Ochsen und die Persiluhr - zwei Wahrzeichen in Lünen-Altstadt. Die Ochsen erinnern an die alte Hanse und durchziehende Bauern, die Persiluhr steht für den Anfang des letzten Jahrhunderts. Ein schöner weiterer Treffpunkt.
Wochenmarkt und Viktualienmarkt als Zentrum des täglichen Lebens; dort treffen sich die Menschen unserer Stadt, wie hier überhaupt mit der neuen Gestaltung des Marktplatzes und der Überbauung des Parkhauses eine deutliche Aufwertung des Stadtkerns stattfand. Weitere Renovierungen und Modernisierungen sind in der Innenstadt realisiert worden und markante Läden eingezogen. Der Grundstein für eine weiter Verbesserung ist längst erfolgt – das ehemalige Coers –Gelände wird bebaut und damit die südliche Innenstadt aufgewertet. Mit den neuen Geschäften wird mehr Kaufkraft in Lünen gebunden und die Aufenthaltsqualität erhöht.
Das Rathaus mit seinen 14 Geschossen steht als Wahrzeichen mitten in der Stadt – für jeden sichtbar.
Sie sehen: Lünen kann sich wirklich sehen lassen! Natürlich darf keiner von uns die Hände in den Schoß legen, aber unsere Ausgangslage ist gut! Insgesamt erfährt unsere Stadt zur Zeit eine hohe Dynamik. Überall stehen Kräne, und es wird investiert – vieI Neues entsteht. Ein Zeichen, dass es keinen Stillstand gibt und sich unsere Stadt weiter entwickelt – beide Krankenhäuser übrigens, die wir abschließend nicht vergessen wollen, entwickeln sich bestens zu Häusern von überregionaler Bedeutung, das Marienhospital sogar zum Universitätsstandort der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster. Die geografische Lage unserer Stadt dürfen wir auch nicht vergessen, Lünen liegt mitten im Herzen von Europa. Wir können uns schnell in alle Richtungen bewegen. Aber auch die geografische Lage zwischen Ruhrgebiet und Münsterland gibt unserer Stadt eine einzigartige Mischung und macht ihren Charakter aus. Packen wir es also auch in Zukunft gemeinsam weiter an!
Auf unser schönes Lünen!
Ihre
Annette Droege-Middel
